Die Heimatpolitik der vertriebenen Sudetendeutschen war von Anfang an, trotz der Vertreibung und der großen Zahl von Vertreibungsopfern, praktizierte sudetendeutsch-tschechische Friedens-, Versöhnungs- und Ausgleichspolitik. Sie war und ist unmißverständlich und eindeutig: Die Lösung der rechtlich offenen sudeten-deutschen Frage als untrennbarer Bestandteil der ebenfalls offenen deutschen Frage ist nur durch eine Politik des Verzichts auf Rache und Vergeltung und eine Politik des Ausgleichs und der Versöhnung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen möglich.
Der Verzicht auf Rache und Vergeltung in der Charta der Heimatvertriebenen erwies sich, wie der Wille zum Neuaufbau, als sicherster Weg in die Zukunft. Damit sind die Vertriebenenorganisationen die erste Friedensbewegung der Bundesrepublik Deutschland und ihre Heimattreffen sind Demonstrationen für Frieden und Freiheit. Nicht Haß und Rache, nicht Krieg und Gewalt, sondern Vergebung und Versöhnung, Freiheit und Recht sind Fundamente für ein friedliches Zusammenleben der Völker und Volksgruppen.
Am 5. August 1950 wurde die “Charta der deutschen Heimat- vertriebenen” in Stuttgart auf einer Großkundgebung in Gegenwart von Mitgliedern der Bundesregierung, der Kirchen und Parlamente verkündet. Sie trägt die Unterschriften der Sprecher der Landsmannschaften der Vertriebenen sowie der Vorsitzenden des Zentralver- bandes der vertriebenen Deutschen und seiner Landesverbände. In allen Teilen Deutschlands wurde sie auf Großkundgebungen bestätigt.