Einst warst du Kind auf der Mutter Schoß,
die Zeit verging und du warst groß.
Du konntest's kaum erwarten
um ins Leben loszustarten.
Der Eltern Blick noch liebevoll auf dir weilet,
doch du warst ihm schon längst enteilet.
Hast dir ein eigenes Nest gebaut,
geschaffen dir ein Heim, ganz traut.
Wurdest auch schon Mann und Frau,
der Nachwuchs kam, man sah's genau.
Die Kinder sprangen, war'n voller Freud'
doch wie schnell verging die Zeit.
Manches zog in die Welt hinaus,
stiller ward's in deinem Haus,
denkst du an die eig'ne Jugendzeit zurück,
wo du gebaut an deinem Glück.
Hast manches anders dir erträumt,
vielleicht auch selbst etwas versäumt.
Die Zeit verinnt, sie steht nicht still
weil die Schöpfung es so haben will.
So wurden wir auch langsam alt
denken gern zurück an unseren Böhmerwald.
Wie sang schön zu Weihnacht hier der Chor
manch trautvergessnes Wort drang an mein Ohr.
Es war der Moeill, der mein Herz berührte
tief im innern ich sein Leuchten spürte.
Und seither scheint für mich ganz klar
der Moeill - so wie's früher war.
von Aloisia Betzler