der schwer geschädigten Sudetendeutsche stimmen. Wir Vertriebenenverbände werden jedoch dazu aufgerufen, als Brückenbauer zwischen den Völkern zu agieren. Die vielen renovierten Kirchen, Friedhöfe und Denkmäler zeugen davon, dass wir dies bereits tun und tragen zur Verständigung mit der tschechischen Bevölkerung bei."
Auch die Aussage deutscher Politiker, dass die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 die Ursache für die spätere Vertreibung darstellt, kann nicht so ohne weiteres stehen gelassen werden. Einige Beschlüsse und Aussagen vor dieser Zeit sagen etwas anderes aus: Zum Beispiel sagte Edward Benesch am 3. Juni 1945 in Tabor: &dbquo;Was wir im Jahre 1918 schon ausführen wollten, erledigen wir jetzt! Damals wollten wir die Deutschen abschieben, Deutschland war aber noch nicht vernichtet und die Engländer hatten uns die Hände gebunden." Und der 1. Panslawistische Kongress 1848 fasste damals schon folgenden Beschluß: &dbquo;Die Deutschen sind in den nächsten 100 Jahren östlich der Linien Stettin an der Ostsee über Triest zur Adria zu vertreiben: notfalls mit Gewalt!." Und wenn auch der damalige Ministerpräsident Zeman gegenüber unserem Bundeskanzler 2002 erklärte: Die Benesch-Dekrete seien erloschen! – Wie sich aus verschiedenen geführten Prozessen ableiten lässt, haben sie heute noch ihre Gültigkeit.
Wir haben aber auch die Hoffnung, dass das Thema Vetreibung wieder einen besseren Stellenwert bei den Deutschen erfahren kann. Der aussichtsreichste Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler, hat als Sohn bessarabiendeutscher Eltern ebenfalls Flucht und Vertreibung erlebt. Er wurde im Januar 1945 vom heutigen polnischen Geburtsort nahe der heutigen ukrainischen Grenze mit seiner Mutter und weiteren 4 Geschwistern vertrieben. Wir hoffen, dass er bei einer Wahl zum Bundespräsidenten eine gute und glückliche Hand auch für uns Vertriebene hat. Mit der Bitte: alle Kräfte und Fähigkeiten weiterhin einzusetzen, um für das Recht auf Heimat zu Kämpfen und unser Schicksal bei den Politikern und in der Öffentlichkeit wachzuhalten, leitete Werner Marko weiter zum Jahresrückblick.
Viele Termine des letzten Jahres zeigen von einer vielfältigen kulturellen Arbeit in der Aalener Heimatgruppe. Der neuerstellte Anbau ans Vereinsheim war ein wichtiges Projekt und stellt eine große Erleichterung bei der Vorbereitung und Organisation dar. Nahezu konstant ist die Zahl von nunmehr 364 Mitgliedern. Im Kassenbericht von Vroni Sproll wurde deutlich, daß die Kosten für den Anbau im geplanten Umfang blieben und die Kasse ansonsten solide geführt wird.
Die Berichte von Roland Jakubetz (Wirtschaftsausschuß), Manfred Schuster (Kulturwart) und Hilde Bretzger (Frauengruppe) unterstrichen das rege Vereinsleben.
Bei den Neuwahlen wurde Werner Marko als Obmann wurde wiedergewählt, Stellvertreter sind Manfred Schuster und Walter Thurnberger. Schatzmeisterin bleibt Vroni Sproll, Stellvertreter Rudi Ernecker, Kassenprüfer: Johann Wick und Karl Rothbart, Kulturwart ist Manfred Schuster, Protokollführerin: Claudia Jakubetz, Pressewart: Roland Jakubetz und neu: Stellvertretung Bettina Sproll.
Durch Ehrenmitglied Walter Pachner wurden folgende Ehrungen überreicht: Für 50-jährige Mitgliedschaft: Hannelore Jakubetz, Maria Steinecker, Michael und Otto Reichersdörfer.
Für 40 Jahre Treue wurden Rosemarie Braunschmid, Heinrich Macho und Anton Tuschl geehrt. 25 Jahre Mitglied sind: Maria, Josef und Erwin Kieweg, Heidemarie Lang, Franz Mühlbäck, Maria, Annette und Gerhard Reichersdörfer, und Beate Thomas. 10 Jahre gehören dem Verband an: Gertrud Ernecker, Xaver Klingenmaier, Josef Michlberger, Richard Rudolf, Roswitha Weinsteiger und Hilde Winter.