&dbquo;Ich habe die Arbeit der Böhmerwäldler in fast 25 Jahren schätzen gelernt" betonte Schirmherr OB Ulrich Pfeifle in seinem Grußwort. Die Böhmerwäldler sind fleißige und fröhliche Menschen, die neben der Erinnerung an die Heimat, an das böse Geschehen der Vertreibung, schnell ins Leben der Stadt hineingewachsen sind. Die Identität wird weitergepflegt, die Integration ist voll gelungen, resümierte Ulrich Pfeifle. In weiteren Grußworten würdigten MdB Georg Brunnhuber, MdB Marga Elser, erster Landesbeamter Hubert Götz, Franz Kopetschek für den BdV-Kreisverband und Oswald Sonnberger als Landesvorsitzender des Deutschen Böhmerwaldbundes den Einsatz unserer Heimatgruppe.
Über 50 Jahre hinweg war die Aalener Böhmerwaldgruppe eine Schicksalsgemeinschaft, die sich voll Idealismus und Einsatzbereitschaft zusammengefunden hat, um Brauchtum und Kulturgut zu pflegen, die Verbindung zur alten Heimat wachzuhalten und den Heimatgedanken an die Nachfolgegeneration weiterzugeben, betonte Arnold Tölk, Landes- vorsitzender des Bundes der Vertriebenen in seiner Festansprache. Er befaßte sich im Detail mit der deutsch- tschechischen Geschichte und dem Unheil der Vertreibung. Es ist unsere Pflicht, den Tschechen klar zu machen, daß sie nicht auf ihrer nationalistischen und durch 40 Jahre kommunistischer Propaganda eingeübten Haltung beharren können, betonte der Festredner.
Für 50 Jahre Treue wurden durch den stellv. Bundesvorsitzenden Augustin Riedl geehrt: Karl Braunschmid, Ignaz Breitenberger, Maria Breitschopf, Aloisia Deimel, Leopold Florian, Steffi und Fritz Haider, Theresia Hirschl, Maria Holzberger, Wetti und Sepp Jakubetz, Martha Kindermann, Lore Marka, Hildegard Marko, Martha und Franz Marko, Theresia und Johann Marko, Gustav Marko, Johanna Mühlbäck, Ludwig Müller, Franziska Neubauer, Walter Pachner, Theresia Poferl, Johann Raab, Maria Schlipf, Maria Schuster, Josef Schwarz, Juliane Strobel, Franz Thurnberger und Johann Wick.
Anschließend an den Festakt wurde mit einem Umtrunk die Ausstellung im Foyer der Stadthalle eröffnet. Sie zeigte einen repräsentativen Querschnitt der Heimatgruppe und fand sehr viel Beifall und Anerkennung.
Erinnerung an die Heimat wachhalten, könnte man den Volkstumsabend bezeichnen, der am Abend über die Bühne der Stadthalle lief. Die Sing- und Spielscharen Aalen und Ellwangen mit ihren Liedern und Tänzen, ebenso die Wischauer Sprachinsel, begeisterten das Publikum. Manfred Schuster zeichnete ein vielfältiges Bild von Menschen und Landschaften, Bergen, Seen und Tälern im Böhmerwald. Es war ein Augen- und Ohrenschmauß gleichermaßen. - Wir haben eine neue Heimat gefunden, eine Heimat und ein Land, das wir gemeinsam mit unseren heutigen Nachbarn und Mitmenschen geschaffen haben, schlug Manfred Schuster eine Brücke zur Gegenwart. In Stadt und Land sei man nicht nur angenommen, sondern auch aufgenommen worden, auch in Vereinen und Organisationen. Neben den Wischauern hatte die Heimatgruppe, um ein Zeichen zu setzen, die Sportakrobaten des TSV Essingen, die Ausschnitte aus ihrer Wettkampfkür zeigten und die Sänger aus der westlichen Vorstadt eingeladen, die mit einigen Liedern erfreuten. Die gesamte musikalische Umrahmung des Volkstumsabend lag in den Händen der Familienmusik Hess aus Hirschhorn.
Mit dem festlichen Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Salvatorkirche, bei dem die Sing- und Spielschar die Wäldlermesse sang, begleitet von "Tom und Eddi", fand ein zwar recht strapazenreiches aber gut gelungenes Wochenende seinen krönenden Abschluß.