Unter den zahlreichen Stammesführern konnte sich im Laufe der Zeit das Geschlecht der Przemysliden an der unteren Moldau gegen die Konkurrenz behaupten und die Vorherrschaft übernehmen. Als erster Herrscher wird Borivoj I. (um 850 - 894) genannt. Dieser wollte die Herrschaft über das Land, es zentralisieren und wirtschaftlich stärken. Aus Kleinfürstentümern entstand somit im 9. Jahrhundert die Herrschaft der Przemysliden. Missionar Methold führte ihn 873 der christlichen Religion zu. Borivojs Schwester, die später heilig gesprochene Ludmilla, wurde zur Schutzpatronin Böhmens erhoben.
Nach dem Tod Borivoj I. bestieg Ludmillas Sohn Spitigniew I. als erster christlicher Herrscher 894 den Thron. Sein Nachfolger Wladislaw I. kam um 905 an die Macht, dem 925 wiederum sein ältester Sohn Wenzel folgte. Als Fürst festigte Wenzel die Beziehungen zu den deutschen Ländern, besonders zum Herzogtum in Sachsen, wo Heinrich I. die Vormachtstellung in Deutschland erreichte. Er wurde jedoch 929 von einer Gruppe adeliger Verschwörer, wahrscheinlich sogar von seinem jüngerem Bruder Boleslav, ermordet. Wenzel ging in die Geschichte Europas als Nationalheiliger und Schutzpatron Böhmens ein. Boleslav I., der die Nachfolge seines ermordeten Bruders antrat, vergrößerte die Macht der Przemysliden, die sich bis nach Krakau erstreckte, ließ die ersten Münzen des Staates (silberne Dinare) prägen und festigte nach mehrjähriger Unterbrechung die Bündnisbeziehungen zu den deutschen Ländern.
Nach der 37-jährigen Herrschaft Boleslav I. übernahm sein Sohn Boleslav II. das Zepter. Zusammen mit seinen Schwestern Mlada und Daubravka bemühte er sich um die Stärkung des kirchlichen Lebens in Böhmen. Bereits 845 wurden die böhmischen Herzöge in Regensburg getauft. 973 bewilligte der Papst die Errichtung des Bistums von Prag. Dietmar aus Niedersachsen war der erste Bischof in Prag. Boleslavs Sohn Bretislav I. regierte von 1034 bis 1055. Neben Mähren, einem Teil Schlesiens, Polen und der Westslowakei beherrschten die Przemysliden nun ein gewaltiges Territorium. Auf Bretislav I. folgte Spylihnev II. Erst dessen Nachfolger und Bruder erhielt vom deutschen Kaiser 1085 als Wenzel I. den persönlichen Königstitel, sowohl den von Böhmen als auch den von Polen. Beim langjährigen Machtkampf zwischen dem deutschen Kaiser und dem Papst im Investiturstreit stellte sich Wenzel auf die Seite des Kaisers. Unter dem von 1061-1092 regierenden Wartislaw I. wurden vielerorts Klöster (u.a. der Benediktiner) gegründet und der Einfluß der slawischen Elemente zugunsten der deutschen und römisch- katholischen zurückgedrängt.
Nach einer Zeit innerer Streitigkeiten und Thronwirren konnte Sobieslav I. (1125-1140) die Macht des Adels gegen unzufriedene Widersacher durchsetzen. Sein Nachfolger Wardislav II. (1140-1172) festigte die Beziehungen zum deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa. Diese sog. Siziliani-sche Bulle Friedrichs regelte die Beziehungen Böhmens zum Reich und legte fest, dass künftig jeder Herrscher auf dem Böhmischen Thron sein Land als souveräner, unabhängiger König regieren sollte.
Unter der Herrschaft von König Przemysl Ottokar I. (1197-1230) stieg das böhmische Königreich zu einem der mächtigsten europäischen Staaten auf und erreichte unter König Przemysl Ottokar II. (1253-1278) seine größte Machtentfaltung. Nachdem als Ergebnis der Heiratspolitik seines Vorgängers bereits das Herzogtum Österreich unter die Herrschaft der Przemysliden gelangt war, gliederte Ottokar II. seinem Staat auch die Steiermark, Kärnten und die Krain an. Im Norden suchte er sein Territorium bis nach Polen und an die Ostsee auszudehnen. Er strebte sogar die Kaiserkrone an, erlag in diesen Bemühungen allerdings seinem Mitbewerber Rudolf von Habsburg. 1278 fand Ottokar II. in der Schlacht auf dem Marchfeld den Tod.
Wenzel II. (1278-1305) und Wenzel III. (1305-1306) förderten vor allem die Ansiedlung deut-scher Handwerker und Bauern zur Rodung der Grenzregionen. Durch die Ermordung von Wenzel III., der keine Nachkommen hinterließ, endete im Jahre 1305 die ruhmreiche Zeit der Przemyslidendynastie.
Die Premysliden bevorzugten deutsche Ehefrauen, so beispielsweise Judith, die Tochter des Landgrafen von Thüringen; Gerbirg, die Tochter Leopolds von Babenberg; Luitgart aus dem Geschlecht der Grafen von Bogen; Adele von Meißen, Kunigunde von Hohenstaufen. Der deutsche Einfluß auf das Hofleben auf der Prager Burg war daher bedeutend.
Mit Herzog Wardislav I. wurde 1085 in der Veitskirche zu Prag der erste König Böhmens geweiht. Diese Königswürde war nicht erblich. Wardislav räumte den Deutschen in Prag durch einen Freiheitsbrief das Privileg ein, nach eigenem Recht zu leben. Außerdem warb er um weitere Deutsche, die nach Böhmen kommen sollten. Dadurch kam es um 1200 zu zahlreichen Städtegründungen, die auch königliches Stadtrecht erhielten: Prager Kleinseite, Aussig, Kaaden, Brüx, Mies, Ellbogen, Iglau, Tachau, Olmütz, Troppau, Brünn, Freudenthal, Znaim und viele andere mehr. In dieser Zeit wurden auch der Böhmerwald und Südmähren gerodet und von Deutschen aus Österreich und Bayern besiedelt.