Die politisch zerklüfteten kleinstaatlichen Gebiete West- und Mitteldeutschlands sehnten sich nach einer kaiserlichen Gewalt. Ottokar II., Sohn einer staufischen Prinzessin, war als der größte und reichste Fürst der ranghöchste und mächtigste Kandidat für die Kaiserkrone. Der Papst jedoch wollte auf keinen Fall einen starken deutschen König. Auf Betreiben der geistlichen Partei wählten die deutschen Fürsten daher Graf Rudolf von Habsburg zum König. Ottokar blieb der Wahl fern und anerkannte sie nicht. Rudolf, der ehrgeizig, hochmütig, hart und oft maßlos stolz auf seine Macht war, drohte seinem Gegenkandidaten mit Krieg. Im letzten Augenblick unterwarf sich Ottokar, gab die österreichischen Länder (Kärnten, Steiermark usw.) heraus und nahm Böhmen und Mähren vom Reich zum Lehen. Zwei Jahre nach der Unterwerfung wollte Ottokar auf kriegerischem Wege Österreich zurückgewinnen, wurde jedoch von Rudolf besiegt. Am 26. August 1278 starb er im Kampf auf dem Marchfeld.